Lexikon Ransomware

Definition Ransomware

Ransomware ist Schadsoftware, die den Zugriff auf Daten oder Systeme einschränkt oder ganz unterbindet und für die Freigabe ein Lösegeld verlangt. Der Name setzt sich aus dem englischen „ransom“ für Lösegeld und „Software“ zusammen.

Häufig verschlüsselt sie Dateien, auch auf angebundenen Netzlaufwerken. Für Unternehmen und Betreiber von Webseiten kann ein Befall bedeuten, dass Shop, Verwaltung und E-Mail stillstehen, bis die Daten wiederhergestellt sind.

Inhaltsübersicht

Das BSI rät davon ab, Lösegeld zu zahlen: Es gibt keine Garantie, dass die Daten freigegeben werden. Erstatten Sie stattdessen Anzeige bei der Polizei.

Gesperrtes Dokument in der Mitte, links Datenverschlüsselung und Lösegeldforderung, rechts Backups und Updates als Schutz
Ransomware sperrt Daten und fordert Lösegeld, Backups und Updates sind der wichtigste Schutz.

Bedeutung Warum ist Ransomware gefährlich?

Ransomware trifft nicht den Rechner, sondern das, was auf ihm liegt: Kundendaten, Dokumente, Shop-Daten und Backups, sofern diese erreichbar sind. Ohne Zugriff stehen Abläufe still, und die Täter setzen die Betroffenen unter Zeitdruck.

Hinzu kommt, dass Ransomware kein Einzelfall für große Konzerne ist. Die Software verbreitet sich über alltägliche Wege wie Spam-Mails, und auch kleine Betriebe und Webseitenbetreiber speichern Daten, die sie dringend brauchen. Technisch gehört Ransomware zur Familie der Malware.

Funktionsweise Wie läuft ein Ransomware-Angriff ab?

1
Infektion

Meist beginnt es mit dem Anhang einer Spam-E-Mail. Andere Wege sind Sicherheitslücken in Betriebssystemen oder ein vorgeschaltetes Schadprogramm wie Emotet, das das BSI als möglichen Türöffner nennt.

2
Ausbreitung

Je nach Schadprogramm verbreitet es sich von selbst im Netz. WannaCry nutzte laut BSI eine Lücke in Windows und breitete sich ohne Zutun der Nutzer aus.

3
Verschlüsselung

Das Programm sperrt das System oder verschlüsselt bestimmte Nutzerdaten, auch auf Netzlaufwerken.

4
Erpressung

Die Täter fordern Lösegeld, häufig in Bitcoin, und drohen laut Polizei teils mit dem Löschen der Daten.

5
Entscheidung

Das BSI und die Polizei raten, nicht zu zahlen, Anzeige zu erstatten und die Daten aus Sicherungen wiederherzustellen.

Beispiel Ransomware im Betrieb

Ein Mitarbeiter öffnet den Anhang einer scheinbaren Rechnung. Kurz darauf lassen sich Dokumente auf dem Dateiserver nicht mehr öffnen, und eine Nachricht fordert Lösegeld. Auch das Verzeichnis mit den Webseiten-Daten liegt auf demselben Laufwerk und ist betroffen.

Wer ein aktuelles Backup an einem getrennten Ort hat, spielt die Daten zurück und verhandelt nicht. Wer keines hat, ist erpressbar. Genau darin liegt der Hebel, den Ransomware nutzt.

Praxis Wie schützen Sie sich vor Ransomware?

Das BSI und die Polizei empfehlen vor allem Vorsorge. Eine Checkliste für den Alltag:

  1. Updates einspielen: Halten Sie Betriebssystem und Software aktuell, damit bekannte Lücken geschlossen sind.
  2. Anhänge prüfen: Öffnen Sie keine Anhänge unbekannter Absender und fragen Sie bei Zweifeln auf anderem Weg nach.
  3. Backups anlegen: Sichern Sie Daten regelmäßig auf getrennten Speichern, die nicht dauerhaft am Rechner hängen. Mehr dazu unter Backup.
  4. Virenschutz nutzen: Setzen Sie aktuelle Schutzsoftware ein.
  5. Rechte begrenzen: Arbeiten Sie mit Benutzerkonten ohne Administratorrechte.

Abgrenzung Ransomware, Phishing und andere Malware

Ransomware beschreibt den Schaden, nicht den Weg. Der Zugang erfolgt oft über Phishing, also gefälschte Nachrichten, die zum Öffnen eines Anhangs verleiten. Dasselbe Programm kann auch über eine Sicherheitslücke ins Netz gelangen.

Andere Schadprogramme wie Spyware oder Trojaner sind auf Datendiebstahl oder Fernsteuerung ausgelegt. Ransomware dagegen setzt auf Erpressung. In der Praxis gehen die Kategorien ineinander über, denn Schadprogramme laden laut BSI oft weitere nach.

FAQ Häufige Fragen zu Ransomware

Was ist Ransomware einfach erklärt?

Ransomware sperrt Ihre Daten oder Ihr System und verlangt Geld für die Freigabe. Meist verschlüsselt sie dazu Dateien.

Soll ich das Lösegeld zahlen?

Nein, raten BSI und Polizei. Es gibt keine Garantie auf Freigabe. Erstatten Sie Anzeige und prüfen Sie, ob Sie die Daten aus einem Backup zurückholen können.

Gibt es kostenlose Entschlüsselungstools?

Für manche Varianten ja. Die Plattform No More Ransom sammelt solche Werkzeuge, für nicht jede Ransomware existiert aber eines.

Wie schütze ich mein Backup vor Ransomware?

Bewahren Sie Sicherungen getrennt vom Rechner auf, zum Beispiel auf einer externen Festplatte, die nach dem Sichern abgesteckt wird.

Fazit

Ransomware erpresst Betroffene mit gesperrten Daten. Den besten Schutz bieten Updates, Vorsicht bei Anhängen und vor allem Backups an einem getrennten Ort. Zahlen sollten Sie nicht, sondern Anzeige erstatten.

Quellen, weiterführende Links

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