Lexikon Passkey

Definition Passkey

Ein Passkey ist ein Zugangsschlüssel für das Anmelden ohne Passwort. Er beruht auf den FIDO-Standards und ersetzt das Passwort durch ein kryptografisches Schlüsselpaar: Der private Schlüssel bleibt auf Ihrem Gerät, der öffentliche liegt beim Dienst.

Sie bestätigen die Anmeldung so, wie Sie auch Ihr Gerät entsperren, etwa per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN. Es gibt kein Passwort mehr, das Sie sich merken müssen oder das auf einer gefälschten Seite eingegeben werden könnte.

Inhaltsübersicht

„Passkey“ ist der Alltagsbegriff. Die technische Grundlage heißt WebAuthn und ist ein Standard des W3C, in Zusammenarbeit mit der FIDO Alliance.

Vergleich: links ein Browserfenster mit Passwortfeld, rechts ein Smartphone für die Anmeldung per Passkey
Ein Passkey ersetzt das Passwort durch ein kryptografisches Schlüsselpaar, das Sie mit Ihrem Gerät freigeben.

Bedeutung Warum sind Passkeys wichtig?

Passwörter sind das schwächste Glied vieler Konten: Sie sind zu einfach, werden bei mehreren Diensten wiederverwendet oder landen auf gefälschten Seiten. Selbst starke Passwörter schützen nicht, wenn ein Dienst gehackt wird oder Nutzer auf Phishing hereinfallen.

Passkeys setzen an dieser Stelle an, weil es kein geheimes Wort mehr gibt, das gestohlen werden kann. Das BSI empfiehlt, die Technik ohne Bedenken zu nutzen und Passwörter zu ersetzen, sofern ein vertrauenswürdiger Anbieter sie bereitstellt.

Funktionsweise Wie funktioniert die Anmeldung mit Passkey?

1
Registrierung

Beim Einrichten erzeugt Ihr Gerät ein Schlüsselpaar. Der öffentliche Schlüssel geht an den Dienst, der private bleibt auf dem Gerät.

2
Anfrage

Bei der Anmeldung schickt die Webseite eine zufällige Aufgabe, die sogenannte Challenge.

3
Freigabe

Sie geben die Nutzung des Passkeys mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN frei.

4
Signatur

Das Gerät signiert die Challenge mit dem privaten Schlüssel. Die Signatur ist an die Adresse der Webseite gebunden.

5
Prüfung

Der Dienst prüft die Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel und lässt Sie ein.

Beispiel Passkey im Alltag

Statt Benutzername und Passwort tippen Sie im Online-Shop auf „Mit Passkey anmelden“. Das Smartphone fragt nach Ihrem Gesicht oder Fingerabdruck, und Sie sind eingeloggt. Ein Passwort kommt dabei nicht vor.

Ruft jemand eine täuschend echte Fälschung des Shops auf, bleibt der Passkey wirkungslos, weil seine Signatur nur für die echte Adresse gilt.

Praxis Passkeys für Nutzer und Webseitenbetreiber

Die Web Authentication API ist laut MDN seit September 2021 in gängigen Browsern verfügbar und setzt HTTPS voraus, also ein gültiges SSL-Zertifikat. Betreiber binden Passkeys selbst in den Login ein oder nutzen ein System, das sie unterstützt. Das BSI nennt diese Vorteile:

  • Immer stark: Ein Passkey kann nicht zu kurz oder zu einfach sein, ein Passwort schon.
  • Nichts zu merken: Sie können ihn nicht vergessen wie ein Passwort.
  • Phishing-Schutz: Der geheime Schlüssel wird nie preisgegeben, auch nicht auf einer gefälschten Webseite.
  • Ein Konto, ein Schlüssel: Jeder Passkey gehört genau zu einem Konto.
  • Weniger Beute bei Datenlecks: Beim Dienst liegt nur der öffentliche Schlüssel.

Abgrenzung Grenzen von Passkeys und Abgrenzung zur 2FA

Ein Passkey ist kein Allheilmittel. Er ersetzt das Passwort, während die Zwei-Faktor-Authentifizierung es ergänzt. Beide lassen sich kombinieren, etwa für Dienste, die noch keine Passkeys anbieten.

Geht das Gerät verloren, brauchen Sie laut BSI eine Cloud-Synchronisierung oder lokale Sicherungen, um wieder ins Konto zu kommen. Synchronisierte Passkeys sind bequem, gerätegebundene bieten laut FIDO Alliance die höchste Sicherheit, erfordern aber mehr Verwaltung. Zudem funktionieren Passkeys nur, wenn Webseite oder App den Standard unterstützen. Auch der Weg zurück ins Konto sollte sorgfältig gesichert sein, denn er kann zum Schwachpunkt werden.

FAQ Häufige Fragen zu Passkeys

Was ist ein Passkey einfach erklärt?

Ein Passkey ist ein digitaler Schlüssel auf Ihrem Gerät, mit dem Sie sich ohne Passwort anmelden. Sie geben ihn per Fingerabdruck, Gesicht oder PIN frei.

Ist ein Passkey sicherer als ein Passwort?

Das BSI nennt Passkeys phishing-resistent und rät, sie zu nutzen, wenn ein vertrauenswürdiger Anbieter sie anbietet.

Was passiert, wenn ich mein Gerät verliere?

Ist der Passkey synchronisiert oder gesichert, nutzen Sie ihn auf einem neuen Gerät. Ohne Sicherung brauchen Sie einen anderen Zugangsweg.

Was ist der Unterschied zwischen Passkey und WebAuthn?

WebAuthn ist der technische Standard, ein Passkey ist die darauf aufbauende Anmeldemethode.

Fazit

Passkeys ersetzen das Passwort durch ein Schlüsselpaar und schützen vor Phishing und Datenlecks. Wer sie einführt, sollte Geräteverlust und Wiederherstellung von Anfang an mitdenken.

Quellen, weiterführende Links

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